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ProDG will's wissen - Traumjob Lehrer?

Wenn der Schulbeginn naht, hören Schüler und Lehrer/innen bisweilen die Bemerkung “Jetzt gibt es wieder anderen Tee – jetzt ist es vorbei mit dem schönen Ferientreiben... “ oder so ähnlich. Manchmal ist dabei ein leicht schadenfroher Unterton nicht zu überhören. Neidet man dem Lehrervolk die langen Ferien ? Ist Unterrichten vielleicht der gut bezahlte Traumjob ? Wäre Letzteres der Fall, dann könnten sich die Schulen wahrscheinlich nicht vor Kandidaturen retten, und Quereinsteiger aus der Wirtschaft würden die Schulen – besonders in Krisenzeiten - förmlich überrennen. Dass dies aber offensichtlich nicht der Fall ist, wird deutlich, wenn man sich die Liste der noch zu besetzenden Lehrerstellen in der DG einmal genauer anschaut. Dabei macht das Vermitteln von Wissen und Werten unheimlich viel Spaß. Wenn die wissbegierigen Augen junger Menschen leuchten oder wenn sie sich am Ende der Unterrichtsstunde wundern, wie schnell die Zeit verflogen ist, geht die Lehrperson zufrieden und aufgebaut in die Pause. Leider wissen wir allzu gut, dass dies nicht der Alltag der Lehrer/innen ist. Denn auch die Schulen der DG werden in steigender Zahl bevölkert durch gestresste Schüler/innen mit Defiziten aller Art, oft aus problembehafteten Familien und Lebensgemeinschaften stammend, manchmal fast ohne gesellschaftliche und berufliche Zukunftsperspektive, zunehmend auch mit Migrationshintergrund. All diese jungen Menschen soll der Lehrende begleiten und ermutigen, er soll ihnen aktiv zuhören, ihren Ängsten begegnen, ihnen pädagogisch taktvoll Lösungswege aufzeigen, nicht nur Wissens- und Wertvermittler, sondern immer häufiger auch Eltern-Ersatz und Helfer sein, Mobbing-Experte, "Cool-Down"-Trainer, Konfliktschlichter. Und schließlich soll er auch noch als Vorbild dienen, bei dem sie Halt und Unterstützung finden und - sehr wichtig – ihre Grenzen gesetzt bekommen. Die Erwartungen an Schule und Lehrpersonal sind hoch, oft unrealistisch hoch. In den vergangenen Jahren ist der Lehrerberuf hierzulande materiell deutlich aufgewertet worden. Geld allein garantiert allerdings noch keinen guten Unterricht. Anderenfalls stünde Finnland nicht an erster Stelle der Pisa-Rangordnung, sondern läge weit hinter anderen Nationen zurück. Genau so wichtig wie ein vernünftiges Gehalt ist auch die gesellschaftliche Wertschätzung der Lehrer und Lehrerinnen, die öffentliche Anerkennung und Rückendeckung durch alle, die an der Erziehung maßgeblich mitwirken, in erster Linie Eltern und Politiker. Auch hier ist die DG mit dem bildungspolitischen Gesamtkonzept schon seit Jahren auf einem guten Weg. Daran müssen wir unbeirrt weiterbauen, wohl wissend, dass Bildungspolitik keine 100-Meter-Sprintstrecke ist, sondern ein Marathonlauf, wo es auf gründliche Planung, gezieltes Training und eisernes Durchhaltevermögen ankommt. 
 Die Ergebnisse unserer Umfrage finden Sie in diesem Filmbeitrag.