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ProDG will's wissen - Atomenergie: schnellstmöglich aussteigen!

Vor 25 Jahren konnte man die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl noch mit Hinweisen auf “russischen Schrott”, “mangelhafte Wartung”, “Korruption” usw. abtun und die Sicherheit der Kernkraftwerke der westlichen Welt als vorbildlich hinstellen. Dieses Alibi gilt seit Fukushima nicht mehr. Ende der neunziger Jahre warb das russische Atomenergieministerium noch für russische Reaktoren mit dem Argument, sicherer als die russischen seinen nur die deutschen und japanischen Reaktoren. Ja, Japan ist ein ein hochtechnisiertes Land, seine Kernkraftwerke waren und sind mindestens ebenso “sicher” wie die in Deutschland oder anderen führenden Industrienationen der Welt. Es geht bei der Katastrophe von Fukushima nicht um einen schlecht gewarteten Schrottreaktor der Marke Tschernobyl, sondern um “sichere”, moderne Siedewasser-Reaktoren, wie sie auch hier im Westen üblich sind. Dass sie nicht sicher genug waren, dass sie gar nicht sicher genug sein können, hat sich in Fukushima endgültig gezeigt. Und was in Japan falsch ist, kann hier nicht richtig sein. Die einzig logische Konsequenz heißt also: Aussteigen, und zwar so schnell wie möglich. Aussteigen aus dem doppelten Pokerspiel: dem Verniedlichen des sogenannten “Restrisikos” einerseits und dem Vabanque-Spiel mit dem radioaktiven Müll zu Lasten vieler unserer Nachkommen-Generationen. Zu Recht regt sich deshalb jetzt der Protest heftiger als zuvor, man ruft zu Demonstrationen auf, in Talkshows wird der Ruf nach einer definitiven Abkehr von der Atomenergie immer lauter, Stresstests sind angesagt. Während die finanzkräftige Atomlobby weiter abwiegelt und die Massen zu beruhigen versucht, sieht die Mehrheit der Bevölkerung jetzt die Chance, den definitiven Ausstieg endlich herbeiführen zu können. Beides, die verheerende Last des über unzählige Generationen hochgiftig strahlenden Atommülls und das hochriskante Spiel der Zauberlehrlinge mit der Kettenreaktion, die sich inzwischen schon mehrmals als unbeherrschbar erwiesen hat, ist Grund genug, den Ausstieg zu beschleunigen und keinesfalls mehr Laufzeitverlängerungen zu genehmigen. Parallel dazu müssen alle Anstrengungen vervielfacht werden, die sowohl zu großen Energieeinsparungen als auch zu einschneidenden Verbesserungen in Transport und Speicherung erneuerbarer Energie führen können. Die Zeit, wo für Kernenergieforschung ein Vielfaches der Forschungsgelder für erneuerbare Energien ausgegeben wurde, muss sofort und endgültig ins Gegenteil umgewandelt werden. Da sind alle Politiker gefordert.